Skip to content Skip to footer

Eine psychotherapeutische Behandlung hilft Menschen Krisen zu bewältigen und ihr Leben wieder selbstbestimmt in die Hand zu nehmen.
Ziel ist es auch, zukünftig schwierige Lebenssituationen eigenständig, ohne therapeutische gut zu meistern. Hierfür werden insbesondere die persönliche und soziale Kompetenz erweitert, Handlungsmuster flexibler und der Befriedigung der eigenen Grundbedürfnissen entsprechend angemessen erlernt.
Psychotherapeuten /-therapeutinnen arbeiten mit verschiedenen, wissenschaftlich anerkannten Methoden, die sich in der Praxis und in wissenschaftlichen Studien als wirksam und erfolgsvorsprechend erwiesen haben. Grundlegend ist hierbei eine fundierte Theorie, wie seelische Störungen entstehen. Daraus ergibt sich auch ein theoretisch gestütztes, beschreibbares Konzept, mit dessen Hilfe seelische Erkrankungen gebessert oder gar geheilt werden können. Um dies praktizieren zu können absolvieren Psychotherapeuten/ -therapeutinnen eine fundierte Ausbildung, die mit der Qualifikation eines Facharztes zu vergleichen ist. Für diese Ausbildung ist ein abgeschossenes Medizin- oder Psychologiestudium Voraussetzung.

Wie kann eine Psychotherapie gelingen?

Die wichtigste Bedingung für eine gelingende Psychotherapie ist nach heutigem Forschungsstand eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Therapeuten/der Therapeutin und dem Patienten/der Patientin.
Auf dieser Grundlage bietet Psychotherapie die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen das eigene Erleben und Verhalten sowie Beziehungserfahrungen zu besprechen, zu erleben und zu überdenken und infolge dessen Veränderungen auszuprobieren und herbeizuführen.
Sämtliche Aspekte menschlichen Verhaltens und Erlebens sind Gegenstand einer Psychotherapie. Das können zum einem belastende und als unangenehm wahrgenommene Gedanken und Gefühle sein oder aber Verhaltensweisen, welche die Bewältigung des Alltags erschweren oder unmöglich machen. Auch positive Aspekte einer Person, ihre Stärken und Werte sind wichtige Inhalte.
Das zentrale Arbeitsinstrument bei einer Psychotherapie ist das Gespräch. Je nach psychotherapeutischer Methode kommen neben sogenannten kognitiv, also auf das Denken, Wahrnehmen und Bewerten ausgerichteten Verfahren auch erlebnisorientierte Ansätze wie die Arbeit mit dem subjektiven Erleben, Entspannungstechniken, Bewegung oder andere kreative Gestaltungsmittel zum Einsatz. Ein Psychotherapeut/eine Psychotherapeutin stimmt das Vorgehen auf die individuelle Problemstellung ab und erarbeitet mit dem Patienten/der Patientin einen Behandlungsplan, der Schritt für Schritt die gewünschte Veränderung fördert.

Therapierichtungen Psychotherapie

Im deutschsprachigen Raum sind vor allem drei Therapierichtungen anerkannt:

  • die kognitive Verhaltenstherapie
  • die Psychoanalyse
  • die tiefenpsychologisch fundierte Therapie

Die Verhaltenstherapie wurde aus der Lerntheorie entwickelt. Der Kerngedanke ist, dass (problematisches) Verhalten erlernt wurde und auch wieder „verlernt“ werden kann, bzw. neue, angemessenere Verhaltensmuster erlernt werden können. Wobei der Fokus heute über reines Verhalten hinaus, auf das Erleben, die Gedanken und Gefühle der Patienten/ der Patientin gerichtet ist. Die Lebensgeschichte eines Menschen wird hier als individuelle Lerngeschichte einbezogen.
Klassische therapeutische Techniken der Verhaltenstherapie sind Konfrontation mit beispielsweise angstauslösenden Reizen, die sogenannte Expositionsbehandlung, Verstärkung („Belohnung“) von erwünschten Verhalten sowie die Erprobung neuer Verhaltens- aber auch Denk-und Bewertungsmuster im Alltag.

In der Psychoanalyse besteht die Annahme, daß sehr frühen kindliche Erfahrungen prägend sind und immer wieder in wichtigen Beziehungen aktualisiert werden. Auch Verletzungen und Kränkungen bleiben so bestehen und führen im Erwachsenenalter zu seelischen Störungen. In der Behandlung wird davon ausgegangen, dass die kindlichen, häufig frustrierten Erwartungen auch an den Therapeuten/die Therapeutin gerichtet werden und in der intensiven gemeinsamen Arbeit geklärt und neu gestaltet werden können. Hierfür der Patient/ die Patientin innerlich an jenen Punkt in seiner Entwicklung zurück, an dem die Störung eingesetzt hat, um von dort aus einen Neustart im Schutz der therapeutischen Beziehung zu versuchen. Die Behandlung findet häufig im Liegen statt, der Therapeut/ die Therapeutin sitzt am Kopfende, da davon ausgegangenen wird, dass ein direkter Kontakt die Regression erschweren würde.

Therapeutische Prinzipien

Die therapeutischen Prinzipien der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie haben sich vor allem aus der psychoanalytischen Praxis entwickelt. Das bedeutet, dass auch in diesem Verfahren frühe Lebenserfahrungen und ihre Wirkung in der Gegenwart ein besondere Beachtung finden. Im Gespräch, face-to-face, werden aktuelle Probleme analysiert, mit frühen emotionalen Erlebnissen in Verbindung gebracht und alternative Bewertungsmuster erarbeitet und ausprobiert. Auch hier stellt sich der Therapeut/ – die Therapeutin explizit als Beziehungpartner/ -partnerin in einem geschützten Rahmen zur Verfügung.

Psychotherapie kann entweder im Einzelsetting, also zu alleine mit dem Therapeuten/ -der Therapeutin stattfinden oder als Gruppentherapie durchgeführt werden. Beide Verfahrensweisen sind sehr wirksam und je nach Problemlage indiziert bzw. miteinander kombiniert.