Skip to content Skip to footer

Psychopharmaka nehmen bei der Behandlung zahlreicher psychischer Störungen eine zentrale Stellung ein. Sie werden immer häufiger verschrieben und eingenommen, es melden sich jedoch sehr kritische Stimmen in den Medien. Tatsächlich greifen die Wirkstoffe dieser, sehr unterschiedlichen Medikamente in den Stoffwechsel des Gehirn ein, beeinflussen so unser Fühlen, Denken und Handeln. Substanzen, die sich auf die Psyche auswirken, werden schon seit Tausenden von Jahren eingesetzt, zum Beispiel in Form von Alkohol oder Nikotin.

Viele Menschen stehen den modernen Medikamenten sehr skeptisch gegenüber. Eine Befürchtung ist, die Stoffe könnten abhängig machen oder sie würden die Persönlichkeit verändern. die Betroffenen würden „nur ruhig gestellt“ werden.
Doch gerade bei schweren psychischen Erkrankungen können sie helfen und seelisches Leid lindern oder abwenden. So können hochbelastende Schlafstörungen im Rahmen einer depressiven Episode gemildert, quälende Unruhe bei übermäßiger Angst eingegrenzt werden. So kann häufig großer Leidensdruck von den Betroffenen genommen werden.

Psychopharmaka: die Wirkung auf  das Gehirn

Die Medikamente greifen in den sogenannten Neurotransmitterstoffwechsel des Gehirns ein, beeinflussen die sogenannten Botenstoffe, die im Gehirn für unsere Emotionen, die Wahrnehmung und damit auch für unser Verhalten wichtig sind.
Die Wirkstoffe versuchen dort wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Heilen können Psychopharmaka nicht, lediglich die Symptome können gezielt beeinflusst werden und damit schwere psychische Krisen überwunden oder erneute Erkrankungsphasen abgewendet werden. Die Entscheidung über den Einsatz eines Medikamentes muss in jedem Fall mit dem Patienten getroffen werden. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt werden daher die positiven Wirkaussichten erklärt, die möglichen Risiken benannt und so die Entscheidung für eine Einnahme abgewogen.

Einnahme von Psychopharmaka

Denn tatsächlich haben auch diese Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen, die unbedingt beobachtet und vermieden werden sollten. Auch gelingt der erste Versuch einer Behandlung nicht immer, da Menschen auf die Medikamente sehr unterschiedlich reagieren können. Dann werden verschiedene Varianten des Wirkstoffs ausprobiert, bis die gewünschte Wirkung eintritt.
Wichtig ist daher, Psychopharmaka von einem fachkundigen Arzt eingesetzt werden, der den Verlauf der Behandlung engmaschig betreut. Auf das Gebiet der Psychiatrie spezialisierte Ärzte lassen sich an den Fachbezeichnungen „Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie“ oder „Facharzt für Psychosomatische Medizin“ erkennen.
In vielen Fällen ist es sinnvoll, psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungsmaßnahmen zu kombinieren. Häufig ist die Medikation dabei die Basis, die es dem Betroffenen ermöglicht, wieder Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und Probleme aktiv anzugehen.