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Immer häufiger ist das Thema der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung in den Medien präsent. Immer mehr Menschen scheinen Persönlichkeitsmerkmale aufzuweisen, die Hinweise zu einer solchen Klassifikation oder Diagnose führen. Vor allem Angehörige melden sich zu Wort, da sie im Umgang mit den Verhaltensweisen Schwierigkeiten haben.

Betroffene selbst bemerken nur selten, dass sie unter einer Persönlichkeitsstörung „leiden“, da die eigenen Denk- und Verhaltensmuster vertraut, zur eigenen Person gehörend empfunden werden. Leiden entsteht erst, wenn die, bisher als tauglich erschienen Strategien nicht mehr für die Bewältigung spezifischer Anforderungen, etwa im Berufs- oder Beziehungsleben erfolgreich sind, sich beispielsweise der erwartete berufliche Erfolg nicht einstellt oder sie von ihrem Partner, ihrer Partnerin verlassen werden. Menschen mit einer „guten Portion Narzissmus“ gelten als selbstsicher, schildernd, erfolgsverwöhnt, in der Übertreibung auch als arrogant oder überheblich, auch unnahbar.

Hinter diesem Verhalten steht sehr häufig sehr große Unsicherheit, massive Angst vor Zurückweisung und tiefe Minderwertigkeitsgefühle, die durch besonders Selbstbewußtes Auftreten kompensiert werden müssen. Auch wenn ein großes Bedürfnis nach Nähe besteht, kann der Betroffene keine engen Bindungen aufbauen. Typisch sind Beziehungen, die von Dominanz, Kontrolle und Misstrauen geprägt sind. Zuweilen agieren Menschen mit einer ausgeprägten narzisstischen Struktur riskant, stellen sich in ihrem Gefühl der Großartigkeit, der unerschöpflichen Schaffenskraft und Kreativität Aufgaben, die sie letztlich nicht bewältigen können. Da sie jedoch Zweifel und Kritik als überaus kränkend erleben, kann ein Scheitern zu existentiellen Krisen führen. Schwere depressive Episoden, Sucht sowie Suizidgedanken treten bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen nicht selten auf. Nach der Klassifikation des ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) kann man drei große Defizite im Wesen der Person erkennen. Ein Mangel an Empathie, eine egoistische Grundhaltung und die Unfähigkeit sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

In einer Verhaltenstherapie werden ungünstige Denkmuster analysiert und im Gespräch mit dem Therapeuten Schritt für Schritt verändert. Der Patient lernt, das er sein Selbstwertgefühl nicht mehr so stark an der Meinung anderen orientiert, mit Kritik besser umgehen kann. In der therapeutischen Beziehung sowie mit Hilfe unterschiedlicher Methoden können Einfühlungsvermögen entwickeln und geeignete Strategien im Umgang mit anderen Menschen lernen werden. Zusätzlich werden begleitende Symptome wie depressive Verstimmungen, Ängste und Suchverhalten behandelt.